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Die Bedeutung der Erwählung Israels
(Zusammenfassung des Einführungsreferates von Pastor Helmuth Eiwen beim Israelkongress in Stockerau vom 1.-3.Mai 2009)

a) Worum geht es eigentlich in diesem Israelkongress?
Mit Nachdruck möchte ich am Anfang dieses Kongresses sagen: Es geht um Jesus, den Gekreuzigten, den Auferstandenen, der zum Himmel gefahren ist, der zur Rechten Gottes sitzt und wiederkommen wird. Es geht um seinen Namen, dass er erhöht wird. Es geht um seine Gegenwart und darum, dass wir ihm begegnen. Es geht um Gott, den Vater Jesu Christi und um den Heiligen Geist, den er gesandt hat. Darum möchte ich mit aller Klarheit betonen: Wir predigen nicht Israel, sondern Jesus. Wir predigen vom Vater, der in Jesus zum Heil der ganzen Welt gehandelt hat.
Aber wenn wir vom Vater, dem einen einzigen Gott dieses Universums, reden, müssen wir unweigerlich auch von Israel reden. Dieser lebendige Gott ist in einer Art mit dem Volk Israel und seinem Land verbunden, dass man geradezu von einer Identifikation Gottes mit Israel sprechen muss.

b) Warum ist das so?
Gott hat in seiner Souveränität von sich aus eine Entscheidung getroffen, die wir nicht mehr hinterfragen können. Er hat souverän entschieden, in dieser Welt ein Volk zu erschaffen und zu erwählen, um sich durch dieses Volk der ganzen Welt zu offenbaren. Das ist eine Entscheidung, über die wir nicht diskutieren können. Dort müssen wir anfangen, wenn wir von Israel reden. Gott bringt Israel ins Spiel – nicht Israel bringt sich selber ins Spiel.
Was Gott zu seinem Volk und über sein Volk gesprochen hat, ist unvergleichbar. In 5. Mose 7, 6-8 fasst Mose dies am Ende seiner Tage mit folgenden Worten zusammen: „Denn du bist dem HERRN, deinem Gott, ein heiliges Volk. Dich hat der HERR, dein Gott, erwählt, dass du ihm zum Volk seines Eigentums wirst aus allen Völkern, die auf dem Erdboden sind. Nicht weil ihr mehr wäret als alle Völker, hat der HERR sich euch zugeneigt und euch erwählt - ihr seid ja das geringste unter allen Völkern -, sondern wegen der Liebe des HERRN zu euch, und weil er den Eid hielt, den er euren Vätern geschworen hat...“
Alles, was hier ausgesagt wird, geht von Gott aus. Er hat Israel geschaffen, es erwählt und als sein Eigentum in Beschlag genommen. Er hat mit Israel einen Bund geschlossen, den er per Eid den Erzvätern geschworen hat. Und seit diesem Zeitpunkt gibt es eine große Unterscheidung in der Menschheit zwischen dem Volke Israel und den Nationen. In Jesaja 43,1 heißt es: „So spricht der HERR, der dich geschaffen, Jakob, und der dich gebildet hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst! Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.“
Das ist an Israel gerichtet. Und wir müssen als Christen sehr genau hinhören, wenn Gott zum Volk Israel gleichsam sagt: „Ihr seid mein persönliches Eigentum!“

c) Wofür hat Gott Israel zu seinem persönlichen Eigentum gemacht?
In Jesaja 43,10 wird diese Frage eindeutig beantwortet. Dort sagt Gott zu Israel: „Ihr seid meine Zeugen!“ Damit ist ganz klar der eigentliche Sinn der Erwählung und Berufung Israels ausgesprochen: Gott hat Israel erwählt, um sich selbst durch dieses Volk der ganzen Welt zu bezeugen.
In Jesaja 49, 3 heißt es: „Du bist mein Knecht, Israel, durch den ich mich verherrlichen will.“ Das ist die unwiderrufbare Absicht Gottes mit Israel. Er will es als Werkzeug gebrauchen, um sich zu verherrlichen. Es geht nicht um die Verherrlichung Israels, sondern um die Verherrlichung Gottes.
Mary Hajos, eine wunderbare Jüdin aus Ungarn, hat einmal einen Satz ausgesprochen, den ich nie mehr vergessen habe: „Israel ist das Fenster zur Herrlichkeit Gottes.“ Damit ist alles gesagt. Israel ist nicht die Herrlichkeit, sondern das Fenster zur Herrlichkeit Gottes.

d) Worin liegt nun die Zeugenschaft Israels für die ganze Welt?
1) Israel ist Zeuge von der Offenbarung des Wesens Gottes und des Wesens des Menschen.
a) Gott hat von Abraham an eine Geschichte mit Israel geschrieben. Er hat seinen Abdruck in diesem Volk hinterlassen. Und in all dem hat er sich zu erkennen gegeben, wer er ist, wie er ist, seine Liebe und seine Heiligkeit, was er über uns Menschen denkt und was er von uns Menschen möchte. Die größte Offenbarung des Wesens Gottes liegt in seinem Sohn Jesus. Aber sein Sohn wurde als Jude in Israel geboren. Er selbst verstand sich als Teil des Volkes Israel. Wenn wir Jesus entjudaisieren, ist das wie ein Schlag in das Gesicht Gottes.

b) Israel ist zugleich Zeuge von dem Wesen des Menschen. An der vielfachen negativen Reaktion des Volkes auf das Rufen, Werben und Reden Gottes hin, wird die ganze Sündhaftigkeit des Menschen erkennbar. An Israel erkennen wir uns selbst wie in einem Spiegel: Wir sind Sünder, die auf Erlösung angewiesen sind.

2) Israel ist Zeuge Gottes für die gesamte Heilsgeschichte.
Alles, was Gott zum Heil der Welt getan hat, ist mit Israel verbunden. Israel ist der Schauplatz und das Werkzeug für die gesamte Heilsgeschichte vom Bund mit Abraham an bis zu Jesus und seinem Erlösungswerk. Aber das ist noch nicht das Ende der Heilsgeschichte. Durch Tod und Auferstehung Jesu ist das Heil zwar erfüllt, aber noch nicht vollendet. Das Reich Gottes ist angebrochen, aber noch nicht vollendet. Das steht noch aus. Das bezeugt uns nicht nur das Neue Testament, sondern eine überwältigende Fülle von Aussagen in den prophetischen Schriften des Alten Testamentes. Und gerade darin wird unübersehbar deutlich, dass Israel als Volk und Land noch einmal eine zentrale Rolle für das Handeln Gottes spielen wird. Wir können in unseren Tagen mit eigenen Augen sehen, wie Gott Israel erneut auf die Weltbühne stellt. Vor allem seit der weltweiten Rückführung seines Volkes in das ihm verheißene Land und der Staatsgründung 1948 hat Gott angefangen, die letzten großen Verheißungen der Propheten für Israel zu erfüllen und sein gewaltiges messianisches Reich mit Jerusalem als Zentrum zu vollenden. Wenn Jesus als der Messias wiederkommt und ganz Israel gerettet wird, dann kann man das nur vergleichen – wie Paulus in Römer 11 sagt – mit „Leben aus den Toten“, mit einer Explosion von „Leben“, die es in der Geschichte noch nie gegeben hat. Und wiederum ist Israel Schauplatz und Werkzeug für diese letzte Vollendung.

3) Israel ist der Botschafter und Vermittler des Heils.
Jesus hat gesagt: „Das Heil kommt von den Juden“. Die ersten an Jesus gläubig gewordenen Menschen waren ausschließlich Juden. Sie waren es, die in den neuen Bund Gottes mit Israel eingetreten waren und die die ersten Gemeinden unter der Leitung der jüdischen Apostel bildeten. Und ihnen haben wir es als Nichtjuden zu verdanken, dass das Evangelium vom Heil Gottes in Jesus auch zu den Nationen gekommen ist.
e) Die Gläubigen aus den Nationen sind eingepfropft in den edlen Ölbaum Israel.

Wie sehr wir als Gläubige aus den Nationen mit dem Heilshandeln Gottes an und in Israel verbunden sind, erklärt Paulus in Römer 11 mit dem Bild vom edlen Ölbaum.

Da spricht Paulus von einem edlen Ölbaum mit seinen natürlichen Zweigen. Dieser repräsentiert die Glaubenden Israels von Abraham bis hin zu den an Jesus gläubig gewordenen Juden bis zur letzten Vollendung des Reiches Gottes. So ist dieser Baum zunächst einmal ein Bild für die gesamte Heilsgeschichte Gottes mit Israel. Daneben gibt es den wilden Ölbaum und dieser repräsentiert die Heiden, die Nationen. Sie waren ohne Gott, ohne Hoffnung, ohne Rettung. Doch jene, die zum Glauben an Jesus, den Retter, kommen, werden von Gott selbst in den edlen Ölbaum Israel eingepfropft. Dadurch werden sie keinesfalls zu Juden, aber sie gewinnen Anteil an dem wunderbaren geistlichen Erbe und dem Reichtum der Offenbarung Israels. Paulus sagt, dass sie nun zu Miterben und Mitteilhabern all dessen werden, was Gott von Abraham an seinem Volk Israel als Glaubensreichtum geschenkt hat. Damit wird klar, dass die Gläubigen aus den Nationen keine eigenständige Identität außerhalb des edlen Ölbaums Israel haben. Weiters wird auch unmissverständlich deutlich, dass der eine „Leib Christi“ in der unaufgebbaren Einheit von Gläubigen aus den Juden und Gläubigen aus den Nationen besteht und dass dieser nicht als eigenständige Größe, sondern nur auf dem edlen Ölbaum Israel wächst und gedeiht.
Wo immer sich Gläubige aus den Nationen von diesem edlen Ölbaum Israel, in den Gott sie gesetzt hat, abschneiden, verkümmern sie, wofür die Kirchengeschichte viele Anschauungsbeispiele liefert.
Der gesamte Vortrag sowie die anderen Vorträge und Workshops des Israelkongresses „Israel im Brennpunkt der Endzeitpläne Gottes“ in Stockerau (1.-3.5.2009) sind auf CD erhältlich. Bestellungen oder Fragen bitte an office@ichthys.at
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Fotos: 0277: Podiumsdiskussion v.l.n.r.:B. Berger, M. Hedding,V.Pikman, E. Höfig, J.Krämer,W. Keil, R. Währer, Sr. Joela, H. Binder
Foto: Saal: Vortragender B.Berger
Foto: Helmuth Eiwen Vorsitzender der Elaia Gemeinden