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Wie spät ist es auf der Uhr der Geschichte?                                                                                    <<

Manchmal werde ich gefragt - öfters sehr besorgt – was ich von dieser oder jener politischen Entwicklung halte: Entwicklungen in Israels Politik, im Mittleren Osten, oder politische Entwicklungen in Europa, Amerika oder in den Vereinten Nationen, die Israel betreffen.
Mir fällt dazu öfters das Bild der Pendeluhr meines Großvaters ein. Eine Uhr mit einem langen Pendel und ein Gewicht daran. Das Pendel bewegt sich von links – durch die Mitte – nach rechts – und wieder zurück. Diese Pendelbewegung treibt die Zeiger der Uhr an. Die Zeiger bewegen sich jedoch nur in eine Richtung, nämlich nach vorne, hin zu 12:00 Uhr.

So ist es auch in der Politik. Linke politische Regierungen werden abgewechselt durch rechte, dann wieder durch Mitte-links oder Mitte-rechts und so weiter. Es ist der dialektische, um den Weg ringende Prozess der Geschichte mit allerlei Staatsformen, von Demokratie über Diktatur, von Königreich über Kaiserreich bis hin zur Theokratie (Gottesherrschaft), von Revolution bis hin zum Rechtsstaat, von faschistisch bis zu kommunistisch, von christlich bis islamitisch usw.
Wie bei den Zeigern der Uhr geht jedoch die gesamte Geschichte der Welt und der Menschheit letztendlich nur in eine Richtung: sie geht hin zu ihrer Vollendung. Die Hin- und Herbewegungen in der Politik und alle totalen Gegensätze und Kollisionen bilden offensichtlich nur den Antriebsmechanismus, der die Geschichte nach vorne treibt. Also liefern linke, rechte oder in der Mitte angesiedelte Regierungen wohl unabwendbar ihren Anteil am Fortgang der Geschichte. Sie treiben alle auf die eine oder andere mysteriöse Weise die Zeiger der Uhr vorwärts. Die Geschichte ist zielorientiert. Sie führt letztendlich zu einem Zielpunkt.

Es gibt eine Außenseite der Geschichte, die für jeden sichtbar ist.
Es gibt aber auch eine Innenseite der Geschichte, die nicht für jeden sichtbar ist.
Wir sehen die Außenseite, die wahrnehmbaren Fakten. Wir sehen die Bilder im Fernsehen, hören Rundfunk, lesen die Zeitung, schauen im Internet nach und hören was „man“ dazu sagt und was „man“ dazu denkt – im Büro, in der Familie, auf der Straße usw. Wir regen uns auf oder machen uns große Sorgen – oder sind gleichgültig und letztendlich apathisch. Aber die Innenseite, das was die Geschichte innerlich antreibt, geht an unserer Wahrnehmung vorbei.
Eine Antwort betreffend der Innenseite der Weltgeschichte bekommen wir nur, wenn wir die Dinge um uns herum durch die Augen des Schöpfers des Himmels und der Erde betrachten, der die Geschichte der Welt und der Menschheit bis heute in Seiner Hand hält. Er führt die Geschichte zu Seinem Ziel.

Jesaja 46, 9-10 sagt: „ Gedenket des Früheren von der Urzeit her, dass ich Gott bin. Es gibt keinen sonst, keinen Gott gleich mir, der ich von Anfang an den Ausgang verkünde und von alters her, was noch nicht geschehen ist, – der ich spreche: Mein Ratschluss soll zustande kommen, und alles, was mir gefällt, führe ich aus...“ (Rev. Elberfelder)
Der Herr übersieht die Geschichte vom Anfang bis zum Ende. Oder umgekehrt. Er übersieht sie vom Ende zurück bis zum Heute und bis zum Anfang. Das große Endziel ist der Magnet der durch alle Zeiten hindurch die Geschichte vorwärts zieht. Das große Endziel ist die Ankunft des Königreichs und die Ankunft des Königs dieses Königreichs. Eine ziehende und treibende Kraft zum Endziel hin – hin zu 12:00 Uhr, und somit hin zu einem Neuanfang.

Wenn wir auf Israel schauen, können wir sehen wie spät es auf der Uhr der Geschichte ist. Es ist der Schlüssel dazu, die Geschichte zu verstehen. An Israel sehen wir wie nahe wir an 12:00 Uhr gekommen sind. Und das schon mehr als 60 Jahre lang.

Pfr. W.J.J. Glashouwer