Warum Israel? Grundkurs
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ISRAEL, EUROPA UND DER ARABISCHE FRÜHLING
Wenn man die politischen Entwicklungen in Nahost von Israel und Jerusalem aus verfolgt, so kann ich mir vorstellen, daß der Schrecken, den man dabei bekommt, immer größer wird. Was man den ‚arabischen Frühling‘ nennt, könnte sich bald als ‚islamischer Frühling‘ herausstellen, d.h. als Vorbote eines ‚strengen Winters‘ für Juden und Christen. Immer lauter klingen die Stimmen, denen zufolge man jetzt endlich mal „das Problem Jerusalem“ lösen solle und zwar in dem Sinne, daß diese Stadt natürlich nicht die Hauptstadt eines unabhängigen jüdischen Staates Israel sein könne. Teilung des ‚Gelobten Landes‘ sei angesagt, damit ein neuer arabischer Moslemstaat entstehen könne unter dem Namen Palästina. Die Juden sollten jetzt endlich mal runter kommen und klein beigeben.
Auflodernder Antizionismus, Antisemitismus, Antijudaismus und antiisraelische Politik nehmen überhand. Der geistliche Kampf zwischen ‚Jerusalem‘ und ‚Babylon‘ gestaltet sich immer heftiger. Das neue Europa entwickelt sich im Namen des Menschen. Aus den unvorstellbaren Weltbränden des vergangenen Jahrhunderts – Weltkriege die auf Europa eine verheerende Auswirkung hatten – steigt ein Phönix aus seiner Asche empor. Ein glänzender Feuervogel. Eine atemberaubende ‚Brave New World‘. Ein neuer Humanismus macht sich breit, manchmal religiös angehaucht in der Gestalt der ‚New Age‘. Sogar der Papst konnte nicht verhindern, daß in die Verfassung Europas weder ein Hinweis auf Gott noch auf die jüdisch-christlichen Traditionen und Werte aufgenommen wird, wodurch Europa seit eh und je geprägt wurde. Der Mensch aber ist ein gefallener Mensch. Die Rebellion gegen Gott hetzt ihm durchs Blut. Und die Mächte der Finsternis sind allzu bereit ihren Senf dazu zu geben mit dem Satan als großen Drahtzieher im Hintergrund. Trotz aller wunderbaren Sprüche wird der Sturz und das Ende grausam sein.
Der neue Geist des Humanismus sieht dem des alten Hellenismus, den die Griechen, besonders aber Alexander der Große und seine Nachfahren weltweit verbreitet haben, täuschend ähnlich. Obwohl Rom schließlich sowohl militärisch als auch politisch das griechische Reich überrollt haben, so wurde Rom doch durch die griechische Philosophie, Kultur und Zivilisation erobert.
Einst hat dieser Geist des Hellenismus schon einmal kräftig mit dem Gott Israels kollidiert. Einer der Feldherren, dem nach Alexanders Tod ein Stück des griechischen Reiches zugeteilt wurde, war Seleukos I. Nikator. Er bekam das nordöstlich Israels gelegene Gebiet. Ptolemäus I. Soter, ein andrer griechischer Feldherr, bekam das südwestlich Israels gelegene Ägypten. Eben diese beiden (so auch ihre Nachfahren) versuchten einander regelmäßig Teile ihres Territoriums abzuluchsen. Und Israel lag mittendrin! Als schließlich Antiochos IV. Epiphanes (einer der Seleukiden) sich blutigen Hauptes aus Ägypten davonmachen mußte, hat er seine Wut am verhaßten Israel ausgelassen. Er verbot den Juden die Beschneidung (ein Greuel für das griechisch-humanistische Gedankengut, das an einen gesunden Geist in einem gesunden Körper und an schöne Olympische Spiele mit wunderbar ‚heilen‘ muskulösen Mannesleibern glaubt). Auch untersagte er das Feiern des Sabbats. Eine Statue des Zeus im jüdischen Tempel in Jerusalem, Schweineopfer (für Juden das unreinste Tier) auf dem Altar im Tempel. Dies alles unter Androhung der Todesstrafe bei Nichtbefolgung der Anordnungen. Diese systematische Hellenisierung führte schließlich zum Makkabäer-Aufstand. Unglaublich aber wahr: der Hellenismus und Antiochos wurden nach blutigem Kampf um 165 v.Chr. vertrieben. Der Tempel wurde gereinigt und erneut eingeweiht. In unserem Monat Dezember wird während des Chanukkafestes dieser Neueinweihung gedacht. Der natürliche Mensch und der Mensch, der nach Gottes Offenbarung leben wollte, waren aneinander geraten. Letzterer war der Sieger.
Daniel sagt: „Du schautest, bis ein Stein losbrach, und zwar nicht durch Hände, und das Bild an seinen Füßen aus Eisen und Ton traf und sie zermalmte. Da wurden zugleich das Eisen, der Ton, die Bronze, das Silber und das Gold zermalmt, und sie wurden wie Spreu aus den Sommertennen; und der Wind führte sie fort, und es war keinerlei Spur mehr von ihnen zu finden. Und der Stein, der das Bild zerschlagen hatte, wurde zu einem großen Berg und erfüllte die ganze Erde“ (Daniel 2, 34-35).
Deshalb: seht euch vor, ihr Völker in Europa und sonstwo in der Welt. Ihr seid nur ein Riese auf tönernen Füßen. Überlegt euch dreimal das Ausmaß eurer politischen Entscheidungen hinsichtlich Israels. Denn irgendwann werdet ihr euch vor IHM zu verantworten haben, wenn ER kommt als der ‚Stein‘, der das ganze Bild zermalmt um weltweit Sein Reich zu errichten. Das trifft auch in den letzten Tagen auf das Verhalten der Kirche hinsichtlich Israels zu. Stehen wir neben unserm jüdischen älteren Bruder? Oder mischen wir uns unter die heulenden Wölfe im Wald der öffentlichen Medien? Möge der Herr uns helfen trotz aller Drohungen dem jüdischen Volk und Israel mit unserm Gebet und Einsatz in aller Ruhe und Treue beizustehen. Bis ER kommt um alles auf ewig neu zu machen!
Pf. Willem J.J. Glashouwer
Präsident Christians for Israel International
[Übersetzung: Heinz Volkert]