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Impressionen von der UKRAINE Reise mit Hilfseinsatz -
2.000 Lebensmittelpakete gepackt und verteilt

Vom 10. bis 16. September fand die erste durch Christen an der Seite Israels veranstaltete deutschsprachige Ukraine-Reise mit Hilfseinsätzen statt. Sieben österreichische und fünf deutsche Leser von Israelaktuell nahmen daran teil. Hauptziel der Reise war es, das jüdische Leben in der Ukraine vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg kennenzulernen, Überlebende zu treffen und beim Packen und Verteilen von 2.000 Lebensmittelpaketen zu helfen.













Foto: Unsere Gruppe mit dem Oberrabbiner Kiews, Jonathan Markovitch (mittlere Reihe, 3. von rechts) und seine Frau Ina vor der jüdischen Schule in Kiew.

Am Flughafen von Kiew wurden wir von Koen Carlier, dem Leiter von Christians for Israel Ukraine (dem ukrainische Zweig von Christians for Israel International) und seinem Team abgeholt. Gemeinsam mit Koen besuchten wir die Jewish Agency, um uns ausführlich über die Auswanderung von jüdischen Flüchtlingen aus der Ost-Ukraine nach Israel zu informieren (Aliyah). Besonders beeindruckend war eine Gedenkzeit in Babin Yar gemeinsam mit dem Oberrabbiner Kiews, Jonathan Markovitch, seiner Frau Ina, sowie dem Holocaustüberlebenden Boris Zabarko. Vor 75 Jahren waren dort schätzungsweise 150.000 Menschen, zumeist Juden, von den Nationalsozialisten – unterstützt durch ukrainischen Faschisten – ermordet worden. Weitere bewegende Programmpunkte waren u.a. ein Besuch bei Alumim, einem jüdischen Waisenhaus in Shitomir, das von einem beherzten Ehepaar aus Jerusalem geleitet wird. Des Weiteren stand ein Treffen mit Leonid und Rita Trachtenberg mit Besichtigung des kleinen Holocaustmuseums in Vinnitsa und Führungen durch die typischen ehemaligen Shtettl von Bratslav, Shargorod und Berschad am Programm. Fima Vigodner aus Berschad leitete dabei den Rundgang auf Jiddisch und führte uns damit auch akustisch in die Zeit des Shtettls zurück.

In Vinnitsa stellten wir am 12. September mit lokalen Helfern und christlichen Flüchtlingen aus dem Osten der Ukraine 2.000 Lebensmittelpakete zusammen. 1.500 Pakete waren für verarmte jüdische Familien und für Holocaustüberlebende bestimmt, die restlichen 500 für jüdische Flüchtlinge aus der Ost-Ukraine. Diese sind derzeit im Raum Kiew untergebracht und werden durch Spenden von Christians for Israel International (der weltweiten Dachorganisation von Christen an der Seite Israels) versorgt, bis sie nach Israel ausreisen können.


Foto: Die letzten der 2.000 Lebensmittelpakete werden verladen.

In den Tagen danach, vom 13. bis 15. September, fuhren wir in abgelegene Dörfer und Kleinstädte, um die Pakete zu den verschiedenen jüdischen Gemeindezentren, Schulen und Waisenhäusern zu bringen. Oft saßen die Empfänger schon einige Zeit vor unserer Ankunft in Erwartung ihrer Pakete am Ausgabeplatz, und Jung und Alt half dann dabei den Transporter zu entladen. Vielerorts wurden wir in den kleinen Yeshivot/Synagogen/Volksküchen verköstigt, manchmal sogar bei Live-Musik traditioneller Musiker, die jiddische und hebräische Weisen vortrugen. In den jüdischen Gemeindezentren von Mogolov-Podolsky und Zmerienka konnten wir mit Hilfe zweier Dolmetscher persönliche Gespräche mit den meist älteren Menschen führen und hatten berührende Begegnungen. In Berschad hießen uns die Mitglieder der jüdischen Gemeinde in der ältesten Lehmsynagoge West- und Osteuropas willkommen. Auch in Uman, Ort der Grabstätte des berühmten Rabbiners Nachman von Bratslav, trafen wir Überlebenden des Holocaust und konnten ihnen unseren Schmerz über die Leiden, die Menschen aus unseren Völkern über ihren Familien gebracht hatten, ausdrücken. Gemeinsam mit Überlebenden besuchten wir jüdische Massengräber in Vinnitsa und in einem Wald beim ehemaligen Zwangsarbeiterlager Pechora, sowie einige Denkmäler, die mit Hilfe von Christians for Israel International an bisher vergessenen Grabstätten aufgestellt worden waren.

Am Ende dieser Reise fühlten alle Teilnehmer, dass es ein besonderes Privileg war diese gemeinsamen Tage mit Koen Carlier und seinem Team von Christians for Israel – Ukraine zu erleben. 

Es sind weitere deutschsprachige Reisen für Leser von Israelaktuell geplant. Termine werden in den nächsten Ausgaben und auf der Website bekannt gemacht.

Marie-Louise Weissenböck