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EIN TEUFLISCHES DILEMMA

Was sollte Israel tun? Etwa warten, bis die Schlange sich erhebt um zuzuschlagen, oder aber die Bestie zermalmen ehe sie bei nächstbester Gelegenheit ihr tödliches Gift einspritzen kann? Für Golda Meir, die vom 17. März 1969 bis zum 11. April 1974 als vierte das Amt des Premierministers innehatte, stand dies damals außer Frage. Sofort zum ersten Schlag ausholen und damit den Feind ausschalten, bevor er sein vernichtendes Werk tun könne. So lautete ihre Parole. Nur hat sie sie nicht angewandt!

So brach während ihrer Amtszeit im Oktober 1973 der Jom-Kippur-Krieg aus, den sie, wie auch ihr Verteidigungsminister Moshe Dayan, trotz vorheriger Warnung vonseiten des jordanischen Königs Hussein nicht wirklich erwartet hatte. Israel wurde durch diesen Überraschungsangriff nahezu überrannt. Dieser Krieg hatte für ihre Regierung ein Nachspiel, was für sie letztendlich das Aus bedeutete.

Wohl erwähnt Wikipedia: Während ihrer Amtszeit startete die PLO gegen Israel eine Terrorkampagne von Geiselnahmen, Flugzeugentführungen und Bombenanschlägen. 1972 fand während der Olympischen Spiele in München das Geiseldrama statt, bei dem mehrere israelische Athleten von einer palästinensischen Terrorgruppe umgebracht wurden. Meir stimmte einem begrenzten Kontraterror zu. Palästinenser mit klar erkennbaren terroristischen Kontakten wurden von der Mossad mit Zustimmung des Kernkabinetts liquidiert. In diesem Fall also schon: zuschlagen ehe die Feinde dies tun.

Das geschah auch unmittelbar bevor Golda Meir ans Ruder kam, als Eshkol Premierminister Israels war. Im niederländischen Nieuw Israëlitisch Weekblad (Neues Israelitisches Wochenblatt) vom 3. Februar 2012 schreibt Bernhard Hammelburg: „Unmittelbar vor dem Sechs-Tage-Krieg vor 45 Jahren hatte die Mossad einen riesigen Zoff mit der amerikanischen CIA. Israel betrachtete die vom ägyptischen Präsidenten Nasser angedrohte Absperrung der Straße von Tiran [strategische Meeresverbindung zwischen dem Golf von Akaba und dem Roten Meer, direkter Anlaß zum arabisch-israelischen Krieg 1967] als ein ‚casus belli‘ und wollte deshalb als erster angreifen. Die Amerikaner drohten im Falle eines israelischen Angriffs ‚das angegriffene Land zu unterstützen‘. Am 3. Juni [1967] ging die Regierung Johnson in die Knie. Zwei Tage später hat Israel angegriffen. Ohne diesen ersten, vernichtenden Schlag wäre es sehr fraglich gewesen, ob das Land überlebt hätte.

Der weitaus gefährlichste Konflikt in der Welt heute ist der zwischen Tel Aviv und Teheran. Leiter der Westmächte sagen, daß der Iran innerhalb eines Jahres eine Atombombe haben könnte – vielleicht sogar schon Ende dieses Jahres. Trotzdem treffen die Westmächte keine Vorbereitungen zu einem dermaßen energischen Eingriff, daß damit dieser atomaren Bedrohung Einhalt geboten wird. Dennoch aber sollten wir die Drohungen der iranischen Machthaber äußerst ernst nehmen und sie nicht als leere Phrasen hinstellen. Wenn also der Ayatollah Ali Khamenei neulich am Freitag, dem 3. Februar, während eines Gebetsgottesdienstes in der Teheraner Universität ausruft, das zionistische Regime sei ein Krebsgeschwür, das man entfernen werde, so ist es ihm ernst und zwar genauso ernst wie es einem Adolf Hitler war, als er von der totalen Vernichtung des jüdischen Volkes redete. Auch wenn es schon damals Menschen gab, die sagten: so schlimm wird´s schon nicht werden.

Wenn die iranischen Mullahs über Nuklearwaffen verfügen können, so könnte ihnen innerhalb 6 Minuten gelingen, wozu Hitler 6 Jahre gebraucht hat: die Vernichtung von 6 Millionen Juden – also der gesamten jüdischen Bevölkerung des heutigen Israels. In der New York Times stand neulich ein Artikel des achtenswerten israelischen Journalisten Ronen Bergman, wobei er den Gedanken äußerte, Israel und der Iran würden noch in diesem Jahr in einen Krieg verwickelt werden. Bergman sagt: „Nach Gesprächen mit vielen prominenten israelischen Führungspersonen und Stabsoffizieren des Heeres und der Nachrichtendienste kam ich zur Folgerung, daß Israel im Jahre 2012 dem Iran tatsächlich einen schweren Schlag zufügen werde“. Er meint damit Spitzenkräfte wie Ehud Barak und Premierminister Benjamin Netanyahu + 12 Mitglieder des Kernkabinetts.

Die Washington Post veröffentlicht einen Bericht, demzufolge der US-Verteidigungsminister Panetta meine, daß Israel massive Luftangriffe auf den Iran erwäge – etwa sogar schon im April, Mai oder Juni dieses Jahres. Die Tatsache, daß er in aller Öffentlichkeit von einem ‚first strike‘ Israels redet, macht klar, daß Amerika in großer Sorge ist und befürchtet in Ereignisse hineingezogen zu werden, die man lieber vermeiden wollte. Offensichtlich möchte Panetta die Welt allmählich darauf vorbereiten.

Der London Telegraph schreibt: „Israel warnt: der Iran kommt dem Moment immer näher, wo es zu spät ist seine Nukleareinrichtungen zu zerstören. Der Iran nähert sich dem Punkt, wo es für Israel zu spät ist diese Nukleareinrichtungen mit gezielten Bombenangriffen zu vernichten, warnte der israelische Verteidigungsminister“.

Was sollte Israel tun? Etwa warten, bis die Kobra ohne Vorwarnung zugreift und versuchen sich irgendwie noch zu verteidigen? Oder aber die laut vernehmlichen Geräusche der Klapperschlange ernst nehmen und die Schlange zu vernichten versuchen, ehe sie bei nächstbester Gelegenheit zugreifen kann? Ein teuflisches Dilemma.

Einerseits wird die Welt voller Empörung reagieren und Israel beschuldigen, es gefährde den Weltfrieden. Die Medien werden sich auf die Hinterbeine stellen und Israel der Kriegshetzerei bezichtigen, die einen Dritten Weltkrieg herbeiführen könne. Andrerseits wird man mitleidig den Kopf schütteln über die rauchenden Trümmerhaufen in israelischen Städten. Krokodilstränen werden fließen wegen der vielen tausend Todesopfer dieses unvorstellbaren Völkermords – ohne eine Hand auszustrecken, womit man es hätte verhindern können.

Ein teuflisches Dilemma. Welche Handreichung finden wir dazu in der Bibel? In Psalm 83 seufzt der Psalmist: „Gott, schweige nicht! Verstumme nicht, und sei nicht stille, o Gott! Denn siehe, deine Feinde toben, und die dich hassen, erheben das Haupt. Gegen dein Volk planen sie listige Anschläge, und sie beraten sich gegen die, die bei dir geborgen sind. Sie sprechen: Kommt und laßt uns sie als Nation vertilgen, daß nicht mehr gedacht werde des Namens Israel! Denn sie haben sich beraten mit einmütigem Herzen, sie haben einen Bund gegen dich geschlossen“.

Und er fleht den Allerhöchsten an, wenn er die Pläne der feindlichen Machthaber erkennt, die mit ihren Völkern Israel in die Enge treiben wollen: „Mein Gott, mache sie gleich der Raddistel, wie Spreu vor dem Wind! Wie Feuer den Wald verbrennt und wie eine Flamme die Berge entzündet, so verfolge sie mit deinem Wetter, und mit deinem Sturmwind schrecke sie! Bedecke ihr Gesicht mit Schande, damit sie deinen Namen, HERR, suchen! Laß sie beschämt und erschreckt sein für immer, mit Scham bedeckt sein und umkommen, damit sie erkennen, daß du allein – HERR ist ja dein Name! – der Höchste bist über die ganze Erde!“

Beten dürfte hier sehr angebracht sein. Den Allerhöchsten um Rat bitten. Ihn anflehen, Er möge die umringenden Völker auf andere Gedanken bringen. Wenn dann unversehens der Angriff dennoch kommt: darauf vertrauen, daß Er an der Seite seines Volkes kämpfen werde. Mit Bestimmtheit wird Er das tun, denn die Werke seiner Hände gibt Er nicht auf!

Pf. Willem J.J. Glashouwer Präsident ‚Christians for Israel‘

[Übersetzung: Heinz Volkert]