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Der nachfolgende Artikel ist die leicht gekürzte und redaktionell bearbeitete Fassung des Hauptvortrages von Pastor Jakob Krämer (Pastor der Rhema Gemeinschaft Linz) beim Israeltag am 31. Mai 2008 in Salzburg.

„Israels Berufung und universelle Sendung –
Israel und die christliche Gemeinde in den Nationen“.

Im Tenach, der hebräischen Bibel (= Altes Testament), die für uns Christen verbindliche Glaubensoffenbarung ist, steht im Propheten Hesekiel im 6. Jh.vor Chr. geschrieben:
So spricht der Herr: Ich will euch zusammenbringen aus den Völkern und will euch sammeln aus den Ländern, in die ihr zerstreut seid , und will euch das Land Israel geben.
Manche Zeitgenossen die sich selbst zur Avantgarde der Aufklärung der Moderne zählen, halten die Bibel für ein frommes Märchenbuch!
Fakt ist, dass die „Märchen“ der Bibel wahr werden.
Eines davon ist die Rückkehr der zerstreuten Juden aus der Diaspora! Von den hebräischen Propheten 600 Jahre v.Chr. angekündigt.
Nach der schlimmsten Tyrannei, die die Welt, Europa, - aber vor allem das jüdische Volk erlebte - geschah eines der größten Wunder der Geschichte: Der Staat Israel entstand am 14. Mai 1948 aufs Neue auf dem Heimatboden des jüdischen Volkes in Eretz Israel!
Das ist etwas Einzigartiges – etwas Einmaliges, ein Staat, 2000 Jahre von der Bildfläche der Geschichte verschwunden, ist wieder da!
Ein Märchen? Ja, aber eines zum Anfassen!

Könnte es sein dass dieses Ereignis von ähnlich großer Tragweite war, wie der Auszug der 12 Stämme Israels aus Ägypten vor 3200 Jahren?
Die 12 Stämme Jakobs wurden auf dem Sinai zu einem Volk zusammengeschweißt. Die Einheit und die daraus resultierende Stärke Israels beruhte auf der Offenbarung der „10 Worte“, der 10 Gebote.
Diese Offenbarung verlieh Israel eine gewaltige Vision. Es war die weitreichenste Vision, die je einem Volk anvertraut wurde.
Israel wurde mit dem Dekalog (= 10 Worte/Gebote) ein Licht gegeben – zuerst ein Licht für das Volk selbst, dann aber auch ein Licht für die Völkerwelt.
Diese 10 Worte wurden zur Grundlage für das, was man später einmal die jüdisch – christliche Kultur nennen wird. „Die“ Leitkultur schlechthin.
Eine Grundlage, die Menschen befähigte, Menschenwürde und Menschenrechte entsprechend zu definieren und dort wo diese Leitkultur sich entfaltete, dem persönlichen Leben, als auch dem sozialen Leben, eine einzigartige Prägung zu geben!
Dieses Licht war auch der Garant für das Überleben der Zerstreuten Israels - in der Zeit der großen Zerstreuung, über die Israels Propheten des Öfteren weissagten!

Was eint Israel heute, nach der Rückkehr aus der Welt der Nationen?
Einheit bedeutet Stärke, und die ist gerade in diesen Tagen für Israels Existenz und Überleben, - zumindest als Staat zu überleben, - von grundlegender Bedeutung!

Von welcher Vision wird Israel heute getragen?
Nicht das Volk trägt die Vision. Es ist die Vision, die ein Volk trägt.
Ist es immer noch die Vision der Väter Israels? Ist es immer noch der abrahamitische Bund: „Ich will dich segnen und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden“? Auf diesen abrahamitischen Wurzelstock wurde doch der Sinai Bund, dessen Gabe die Thora mit ihrem Kernstück, den 10 Geboten ist, aufgepfropft.
Ist das immer noch die Vision, die Israel trägt und die ihnen vom Ewigen in gewissem Sinne ins Herz eingepflanzt wurde? So berichten es zumindest die Propheten Jeremia und Hesekiel.
Oder ist es der Zionismus der Väter des modernen Staates Israels? Ist der immer noch dynamisch genug, die Herausforderungen, die Gegenwart und Zukunft sicher bringen werden, zu meistern?
Oder ist der Säkularismus, die Angleichung an die Welt der Gojim (Gojim = Nichtjuden), so weit fortgeschritten, dass Israel wieder einmal wie des Öfteren in seiner Geschichte „ein Volk wie jedes andere Volk“ sein will? (5.Mose 17,14)
Als Nichtjude erlaube ich mir kein Urteil darüber.
Doch eines weiß ich mit Sicherheit: Israel ist ein besonderes Volk! Die Bibel nennt es das „Erste unter den Völkern“
Israel ist eben nicht ein Volk wie jedes Andere – kann es nicht sein! Das ist ihm von höchster Instanz verwehrt.
„Adonai“ der Herr, der Abraham begegnete, trug es schwanger bis er es selbst auf dem Sinai zur Geburt brachte!
Das macht Israel einzigartig unter allen Völkern dieser Welt – nicht besser als den Rest der Nationen – jedoch auf Grund seiner Berufung durch den Allmächtigen ist Israel etwas ganz besonderes. Lust und Last zugleich. In der Berufung liegt das Schicksal Israels. Der oberflächlich orientierte Zeitgenosse wird das allerdings nicht verstehen. Es gibt kein Volk außer dem Volk Israel, dass seine Existenz einem derartigen Schöpfungsakt Gottes verdankt. Darum nennt es der Ewige: „mein Volk – mein Augapfel“

Was aber ist das allen Juden Gemeinsame: ob säkular (= weltlich) oder religiös. Worin sehen sich alle Juden miteinander verbunden?
Das Gemeinsame, das alle Juden miteinander verbindet, ist die Jahrtausende alte Schicksalsgemeinschaft der Verfolgung. Die verbindet einen Theodor Herzl mit einem Martin Buber, - einen Shalom Ben Chorin mit einem Daniel Cohn Bendit.
Diese Schicksalsgemeinschaft ist der Träger gemeinsamer jüdischer Identität. Doch dieses Schicksal hat sich Israel weder selbst ausgesucht noch verschuldet. Es ist ein integraler Bestandteil seiner Erwählung – seiner Berufung. Zerstreut – verfolgt – unverstanden.
Wenn wir Christen Israel und das jüdische Volk verstehen wollen, müssen wir diese Erfahrung Israels zu begreifen versuchen.
Diese Schicksalsgemeinschaft prägt die jüdische Volksseele. Bürger vieler Nationen zu sein – bis in höchste Ämter aufgestiegen – und doch nicht wirklich daheim zu sein.

Auszug aus „der Judenstaat“ v. Theodor Herzl 1896:
„Wir haben ehrlich versucht, in der uns umgebenden Volksgemeinschaft aufzugehen und nur den Glauben unserer Väter zu bewahren. Man lässt es nicht zu. Vergebens sind wir treue und an manchen Orten sogar überschwängliche Patrioten, vergebens bemühen wir uns, den Ruhm unserer Vaterländer in Künsten und Wissenschaften, ihren Reichtum durch Handel und Verkehr zu erhöhen.
In unseren Vaterländern, in denen wir ja schon seit Jahrhunderten wohnen, werden wir als Fremdlinge ausgeschrieen; oft von solchen, deren Geschlechter noch nicht im Lande waren, als unsere Väter da schon seufzten. Wer der Fremde im Land ist, das kann die Mehrheit entscheiden; es ist eine Machtfrage“.

Warum werden wir vom Anfang ihrer Existenz an „ausgeschrieen“, um den Terminus Herzls zu gebrauchen?
Als Herzl diese Zeilen schrieb, lebte er in der Utopie, dass sich das dann ändert, wenn die Juden einen eigenen Staat haben. Hat sich etwas geändert? Es gibt heute einen jüdischen Staat. Als Folge davon kam zum Antisemitismus und Antijudaismus der Antizionismus dazu.

Einige Fragen aus der Geschichte des jüdischen Volkes drängen sich geradezu auf:
- Warum wollte Amalek Israel vernichten und ihm den Einzug ins verheißene Land verwehren?
- Warum wollte der Perser Haman alle Juden im persischen Großreich - und das erstreckte sich vom Indus bis
nach Griechenland, ermorden? Warum will heute der Perser Ahmadinejad Israel auslöschen?
- Warum wurden die Juden in der Zeit der Kreuzzüge und in der spanischen Inquisition verfolgt, ermordet oder
gezwungen, ihre jüdische Identität, ihre Zugehörigkeit zum Volk Israel, aufzugeben?
- Warum wurden in den Pogromen Osteuropas und Russlands über Jahrhunderte hinweg ganze Regionen
„judenrein“ gemacht, indem die Mörder brandschatzend von Dorf zu Dorf zogen, um Frauen, Kinder, Junge
und Alte zu ermorden?
- Warum schließlich kam es zu dem Unfassbaren, das die Historiker heute als Holocaust bezeichnen?
Ein unbeschreibbares, grauenvolles Drama, das 6 Millionen Juden, davon 1,5 Millionen jüdischen Kindern das Leben gekostet hat. Was haben die denn falsch gemacht? Wer sollte denn da wirklich getroffen werden? Warum wurden sie denn in Wahrheit ermordet? Nur weil sie Juden waren?
Das allein kann nicht der Grund sein. Unser Verstand weigert sich, das zu glauben.
Die Erklärungen, die Antworten auf das Warum von Seiten der Soziologen, Politologen, Historiker und Religionswissenschafter sind hinlänglich bekannt!
Doch sie sind meist zu billig, zu oberflächlich, nicht wirklich überzeugend.

Im „Shma Israel“ („Höre Israel“, dem heiligsten jüdischen Gebet) offenbart sich der eine Gott seinem Volk und setzt es gleichzeitig als seinen Zeugen ein (5.Mose 6,4)
Noch deutlicher in Jes. 43,10-12 „Ihr seid meine Zeugen, spricht der Herr und mein Knecht,
den ich erwählt habe, damit ihr wisst und mir glaubt und erkennt dass ich es bin.......“

Israel ist der Zeuge dieses einen Gottes, und Israel bleibt Zeuge dieses einen Gottes. Solange der Zeuge lebt, lebt auch das Zeugnis.
Ich bin fest davon überzeugt, dass das Motiv für jeden Antisemitismus, Antijudaismus, und Antizionismus die bleibende Erwählung Israels durch einen souveränen Gott ist!
Doch wer den Erwählten ablehnt, lehnt auch den Erwähler ab. Er spricht dem Gott, an den er vorgibt zu glauben, das Recht der freien Wahl ab und macht sich ein eigenes Bild von Gott, den er durchaus den Namen Jesus geben kann. Doch aus diesem Bild wird niemals der Jesus, wie er sich in den Schriften des NT geoffenbart hat.
Damit sind wir mitten im christlichen Antisemitismus. Das ist das große Drama der christliche Kirchen! Und dieses Drama wurde zum allgegenwärtigen Trauma für das jüdische Volk.
Gott begrenzt nämlich dieses Zeugnis weder zeitlich, noch macht er die Zeugnisfähigkeit Israels von den Umständen oder vom „geistlichen und moralischen Zustand“ des Volkes abhängig!
Auch wenn Israel versagte und den Bund brach, so ist und bleibt Israel der Zeuge und Erstgeborene Gottes.
Das Erbarmen Gottes besiegt den Zorn Gottes über Israels Sünde.
Das hat etwas mit Gottes Treue und seiner Liebe zu tun, mit seinen Entscheidungen und Verheißungen.

Wo wären wir, wo wäre die christliche Gemeinde aus den Nationen, wenn wir diesen Maßstab
nicht als allgemeinen Maßstab Gottes gegenüber den Seinen anerkennen würden!
Und Israel ist sein Volk!
Wenn es diesen Zeugen Gottes nicht mehr gäbe, dann gäbe es auch dieses Zeugnis nicht mehr!
5.M 28,10 „..und alle Völker werden sehen, dass über dir der Name des Herrn genannt ist“.
Über wem könnten die Völker den Namen des Herrn sehen, wenn es Israel nicht mehr gäbe?
An Israel erkennen wir, wer und wie Gott ist.
Ersetzt denn die christliche Gemeinde dieses Zeugnis? Ersetzt sie diesen Zeugen? Kann sie das? Ist das überhaupt vorgesehen?
Die Gemeinde kann weder den Zeugen Israel, noch das Zeugnis ersetzen, aber sie kann und soll ihn ergänzen.

Warum ist das Thema Israel für uns von Bedeutung?......... und es ist von überragender Bedeutung.
Eine Antwort: Israel hat nicht nur eine großartige Vergangenheit, sondern auch eine großartige Zukunft!
Wir Christen verdanken unsere Existenz als Christen der Offenbarung, die Gott in dieses Volk gelegt hat und die es in alle Welt getragen hat. Im NT sagt Jesus: „Das Heil kommt von den Juden “.
Doch wir wissen nur zu gut, was gerade eine verirrte und verblendete Christenheit mit dem Volk machte, aus dessen Seite sie geboren ist. 2000 Jahre währte die Zeit der Unwissenheit. 2000 Jahre lang lag ein Schleier des nicht Erkennens der Bedeutung Israels über der christlichen Gemeinde.

Doch diese Zeit geht zu Ende und man schätzt heute dass mindestens 100 Mill. Christen weltweit in allen Konfessionen und Denominationen die Bedeutung Israels für die Zukunft der christlichen Gemeinde neu erkannt und definiert haben und an Israels Seite stehen!
Beide, Juden als auch Christen, leben doch in der Erwartung eines „Kommenden“, und dieser Kommende verbindet Beide. Juden erwarten die Ankunft des ihnen verheißenen Messias - wir Christen die Wiederkunft Yeshuas von dem das NT berichtet, dass er ein wahrer Sohn Abrahams und Israels ist.
Könnte es ein und die selbe Person sein?
Ein bekannter jüdischer Religionsphilosoph des 20. Jhd. sagte sinngemäß: „Wenn es dieselbe Person wäre, ich könnte damit leben.“
Manche wachen Zeitgenossen sprechen heute von einem „Heimholungsprozess“ des Nazareners an seinem Volk. Nicht als Gott-Mensch, sondern als ein Sohn des jüdischen Volkes. Uralte Berührungsängste werden langsam abgebaut, beidseitig abgebaut
Warum wir Christen uns sehr wohl mit dem Geheimnis Israels – und es ist ein Geheimnis – auseinandersetzen müssen, wenn wir unseren Glauben ernst nehmen, darauf stoßen wir sofort, wenn wir das NT aufschlagen! Mt.1 erläutert den Stammbaum Jesu Christi , des Sohnes Davids , des Sohnes Abrahams.....
Die Ahnenreihe Israels ist die Tür durch die wir gehen müssen, wenn wir das NT verstehen wollen.
Wir werden auf die Genealogie, die Geschlechterfolge Israels aufmerksam gemacht, mit einem anderen Wort, auf die Heilsgeschichte, die in Eretz Israel durch Abraham, Isaak und Jakob und deren Nachkommen geschrieben wurde!
Man spricht von einer Inkarnation und einer Inkulturation der Heilsgeschichte in das jüdische Volk.
Damit werden wir nicht nur auf die Geschichte Israels aufmerksam gemacht, sondern diese Geschichte wird für uns Christen geradezu von existenzieller Bedeutung. Auch die Geschichte des modernen Staates Israel. Die Geschichte von Heute und von Morgen.

Das Geheimnis des Heils für alle Völker ist nämlich untrennbar mit der Geschichte Israels verwoben.
Die christliche Gemeinde hat die Pflicht, immer wieder öffentlich darauf hinzuweisen und die entsprechende Konsequenzen daraus zu leben.
Wer die Bibel kennt und sie als göttliche Offenbarung anerkennt, der steht an Israels Seite!
Wer heute nicht an Israels Seite steht und vorgibt die Bibel zu kennen, offenbart damit, dass er sie in wesentlichen Abschnitten nicht wirklich begriffen hat – oder, dass er, was noch schlimmer ist, ein Ignorant ist. Eine Person, die letztlich kein wirkliches Interesse für geistliche Zusammenhänge hat. Wer die Bibel nicht kennt, kann Israel nicht wirklich verstehen und kann Israels Bedeutung und Rolle nicht begreifen.
Israel hat eine natürliche Geschichte, das was man als Historie Israels bezeichnet. Doch die Historie Israels ist eingebettet in den größeren Rahmen dessen, was man als Heilsgeschichte bezeichnet.
Niemals befand sich die Historie Israels außerhalb der Heilsgeschichte. Weder in ihrer hellsten, noch in ihrer dunkelsten Phase. Vielleicht ist diese Behauptung für manche Zeitgenossen eine geradezu unerträgliche Provokation im Angesicht von Auschwitz. Und in der Tat stoßen wir hier an die Grenzen menschlichen Begreifens.
Auch heute steht die Zeitgeschichte Israels im Rahmen der Heilsgeschichte. Herausforderung und Ärgernis für Viele. Und ein tiefes Geheimnis, an dem der ernsthafte Israelit, als auch der ernsthafte Christ schier zu zerbrechen droht. Wenn wir Sach. 12,1-3 lesen, dann erkennen wir, wie sich Heilsgeschichte und Zeitgeschichte kreuzen und überlagern.
Antijudaismus – Antisemitismus und Antizionismus in der historischen Reihenfolge ihres jeweils ersten geschichtlichen Auftretens gereiht, ist wie ein Klavier, auf dessen 3 Tasten die großen Gaukler und Verführer der Menschheit seit Jahrtausenden spielen. Diese 3 „Anti....“ können nur auf dem Hintergrund biblischer Offenbarung begriffen werden. Sie haben etwas mit Israels Berufung und Israels Sendung in die Völkerwelt zu tun. Allein seine Existenz ist ein ständiger Fingerzeig auf den einen Gott. Gäbe es diesen Zeugen nicht mehr, so gäbe es auch diesen Fingerzeig nicht mehr.

Die Rolle, die Israel in der Heilsgeschichte spielte und spielt, ob das alle so sehen wollen oder nicht, das ist hier nicht die Frage – ist die letzte Ursache aller Verfolgungen dieses Volkes!
Darum wollte Israel oftmals „so sein wie alle anderen Völker“ um sich dieser Bürde zu entledigen. Und wer könnte das besser verstehen, als wir biblisch orientierten Christen.
Man kann es sich leicht machen – und viele machen es sich allzu leicht – doch das Geheimnis Israels ist im Geheimnis des transzendenten Gottes verborgen. Wer sich dem Einen nähern will, muss sich für das Andere öffnen

Der Eine und Einzige Gott hat ein Wesen, einen Charakter und einen Namen - es ist der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. - der Gott Israels.
Das bekennt der Jude, weil es in der hebräischen Bibel steht (5.M 6,4), und das bekennt auch der gläubige Christ, weil es auch im NT steht. (Mk.12,29)
Der Gott, der Israel erwählt und sich durch Israel allen Völkern offenbart hat, ist sowohl der Gott der Juden, als auch der Christen. Das macht uns beide eins, aber das unterscheidet uns auch gleichzeitig von allen anderen Religionen und Philosophien. Denn es gibt nur einen Gott und es war der Wille dieses Gottes, uns, die Gläubigen aus den Nationen, auf den „edlen Ölbaum (wie Israel im Propheten Jeremia und im Römerbrief des NT genannt wird) aufzupfropfen!
„Rühme dich nicht, denn du sollst wissen, dass nicht du die Wurzel trägst,
sondern die Wurzel trägt dich.“ (Römer 11,18)
Über viele Jahrhunderte war diese Erkenntnis in der christlichen Welt verschüttet.
Das was uns Christen mit Israel verbindet, ist kein Ausdruck philosemitischer Emotionen, oder ein Produkt der Philosophie des Humanismus oder der Aufklärung. Das wäre meines Erachtens eine zu schwache Verbindung; denn ich bin überzeugt, dass die Tragfähigkeit dieser Verbindung in Zukunft getestet wird.

Was uns verbindet, ist der gemeinsame Wurzelgrund und die gemeinsame Zukunft:
Jes.2,2-4 sagt: Es wird zur letzten Zeit der Berg, da des Herrn Haus ist, fest stehen, höher als alle Berge und über alle Hügel erhaben, und alle Heiden werden herzulaufen, und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt lasst uns auf den Berg des Herrn gehen, zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns lehre seine Wege und wir wanden auf seinen Steigen! Denn von Zion wird Weisung ausgehen und des Herrn Wort von Jerusalem..
Das geschah einmal vor 2000 Jahren, doch das wird am Ende der Zeiten noch einmal geschehen. Warum? Weil Vers 4 beim ersten Mal nicht geschah. Die Geschichte Israels ist darüber hinaus ein integraler Bestandteil der Weltgeschichte!
Würde man die Geschichte, der Berufung und Sendung Israels in die Völkerwelt aus der Weltgeschichte löschen, müsste man auch die prägenden Auswirkungen der jüdisch-christlichen Kultur löschen.
Es bliebe vielleicht noch eine Menge Historie übrig, aber diese Historie wäre wie eine Episode, ein unbedeutendes Ereignis, letztlich sinnentleert. Weil wahrer Sinn nach Ewigkeit strebt und Israel das erste Fenster ist, dass uns durch die Offenbarung, die jüdische Propheten empfingen, einen Blick in die Ewigkeit gewährt.
Wir Christen glauben jedoch auch, dass durch Jesus Christus, der ja ein wahrer Sohn Israels war, der sich voll und ganz mit den Vätern Israels identifizierte, die schriftliche Offenbarung abgeschlossen wurde.

Wir feiern 60 Jahre Israel, vor 60 Jahren wurde der Staat Israel geboren.
Zufall, dass am 29. Nov. 1947 die UNO diesen Beschluss mit großer Mehrheit fasste und Israel dadurch völkerrechtlich seine Existenzberechtigung nachweisen kann?
NEIN! Dahinter steckt für uns die klare Absicht und das Timing einer höheren Instanz! Wir glauben, dass am 14. Mai 1948 ein historisches Ereignis von wahrhaft universeller Bedeutung stattgefunden hat, wodurch ein neues Zeitalter eingeläutet und eingeleitet wurde!
Für das jüdische Volk einerseits, aber andererseits auch für uns aus den Nationen, die an den Gott der Bibel glauben. Und es gibt nur diesen Gott.

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